Impressionen Ungarn 2015 - Glaube im Umfeld von Kommunismus/Konsumismus und Kollektivismus/Individualismus

08.08.2015 18:51

Begegnungen in Ungarn

(Bericht von Pfarrer Walter Rieser)  - 

 

Wir vier Priesterfreunde (Josef Hurter, Leo Schenker, Walter Rieser und als Reiseleiter Roger Schmidlin) haben die zwei Wochen  Sommerferien genutzt, um nach Ungarn zu fahren. Dank Beziehungen zu zwei Priestern der Diözese Veszprem durften wir  in Begegnungen und durch Informationen Einblicke bekommen in die Katholische Kirche Ungarns. Unvergessen ist der legendäre Kardinal Josef Mindszenty , der 1956 nach dem heroischen Aufstand der Ungarischen Bevölkerung gegen die Sowjetbesatzung  für 15 Jahre als Gefangener in der amerikanischen Botschaft in Budapest interniert war.  Seit der Wende 1989 ist Ungarn ein demokratisches Land und seit 2004 Mitglied der EU.    Doch immer noch sind Zeugen der vergangenen Zeit sichtbar –  renovierungsbedürftige  Kirchen und ein verfallenes und  verlassenes  Kapuzinerkloster in der Stadt Papa haben mich beindruckt.  Das Leben der Menschen und in den Städten aber hat den sozialistischen  Mief abgelegt und es wird westlich konsumiert und gelebt.

Nun-  wir sind nach Ungarn gegangen, weil Roger Schmidin  zwei Priester kennt. Blasius Fodor, Pfarrer von Varpalota, hat uns das Haus seines Vaters – eine stattliche alte Villa in Balaton Almadi am Plattensee als Ferienhaus zur Verfügung gestellt. Das war Super zumal wir im  kleinen Schwimmbad im Garten  die grosse Hitze herabkühlen konnten.  Zum  Haus gehört ein Rebberg, von dessen Wein wir in Hülle und Fülle verkosten durften.

Veszprem ist der Hauptort dieser Gegend und Sitz des Erzbischofs. Pfarrer Josef Mail – Generalvikar der Diözese – hat uns durch die historische Altstadt und das interessante Museum geführt und uns eine Audienz bei Erzbischof  Gyula Marfi  ermöglicht. Die Weinflasche, die der Bischof uns Schweizern Priestern geschenkt hat, haben wir am Abend mit Andacht und Dank genossen. Am Sonntag waren wir zu Gast in der Pfarrei bei Pfarrer Blasius Fodor. Wir haben mit ihm und seiner Pfarrei die Sonntagsmesse  gefeiert. Nach der Messe war schon die hübsche  Frau Susanne von Radio Maria bereit, um mit uns Schweizern ein Interview zu machen, das dann am Abend in Radio Maria und im Lokalfernsehen Veszprem  gesendet wurde.  Übrigens: Radio Maria ist weit und gut verbreitet im ganzen Land – und viel Menschen hören gerne diesen Katholischen Sender.

Ein weiterer Schwerpunkt waren die Begegnungen mit den Benediktinern.  Das Kloster Pannonhalma –  ein katholisches Bollwerk, das alle Stürme und politischen Wirren überstanden hat - ragt weit über die fruchtbare Ebene mit Sicht bis Györ und in österreichische Burgenland hin. Dort dufte ich einen Gruss weitergeben von Bruder Leo vom Kloster Fischingen – und sofort waren wir willkommen und Pater Albin  hat uns die Räume der Klosterschule gezeigt und zum Café eingeladen und in perfektem Deutsch sich mit uns unterhalten. Mir ist bewusst geworden – wie weltweit eben der Benediktinerorden und die katholische Kirche vernetzt sind  – wunderbar, grossartig!  Von dieser Abte aus gegründet sind auch die Priorate auf der Halbinsel Tihany und jenes von Bakonybél. Dort hat uns der Pater freundlich empfangen mit einem Schnaps mit Kräuteressenzen aus ihrem Kloster Garten.

So waren es wirklich unvergessliche  und schöne Tage in Ungarn. Ich bin dankbar meinen Priesterkollegen, dass es so möglich geworden ist und den vielen Menschen in Ungarn, deren Begegnungen mich bereichert haben.

Auf der Heimfahrt machten wir Übernachtungshalt auf Schloss Hackledt in Niederösterreich am Inn. Eine Schweizerin dort hat uns im Schlossrestaurant grosszügig und mütterlich freundlich bewirtet und beherbergt.  Wir besuchten von dort aus das  Geburtshaus  von Papst Benedikt in Marktl am Inn – und interessant nur 10 km östlich in Braunau das Geburtshaus von Adolf Hitler.  Dort ist kein Name mehr angebracht, nur eine leere Hauswand davor ein Gedenkstein aus dem Lager Mauthasen mit Aufschrift: Für Frieden, Freiheit und Demokratie. Nie wieder Faschismus. Millionen Tote mahnen.

Die ungarische Sprache ist für uns sehr fremd und  fast nicht auszusprechen. Nur ein Wort habe ich gelernt und behalten: Köszönöm  =   Danke !

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